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August 2017

KÜNSTLERISCHE ARBEITEN
VON BERND MEYER-RÄHNITZ

Collagen aus Metall und Papier, Druckgrafik und Plastik

Seit Anfang der 80er Jahre arbeite ich mit korrodiertem Metall, vor allem Eisenfunden, die ich zu Metallcollagen zusammenfüge. Lediglich die Größe und den einstigen Formzusammenhang habe ich aufgehoben. Im flächigen Bereich entstanden dabei sowohl filigran-spielerische als auch kräftige Reliefs, die in ihrer Form die Herkunft der Materialien aus ihrer einstigen funktionellen Einbindung vergessen lassen. So kann das Auge beim Betrachten zunächst den vielfältig gebrochenen Linien und Flächen folgen und den Gesamteindruck erfassen. Erst in der intensiven Auseinandersetzung mit der Collage wird dann der Ursprung des einen oder anderen Details deutlich.
Die Collagen sind aus der schöpferischen Synthese unterschiedlicher Fundstücke entwickelte Gebilde, die nicht auf ihre Funktion hin befragt werden sollen. Vielmehr bietet jede Collage dem Betrachter eine Projektionsfläche, um eigene Befindlichkeiten zu finden oder wieder zu finden

 

Das gilt auch für diePlastik als Arbeit im dreidimensionalen Raum. Die Objekte eröffnen Möglichkeiten der Synopsis mehrerer von Haus aus sich fremder Gegenstände, die sich nunmehr zu einem neuartigen Gebilde vereinen. Sie sollen sowohl dem Auge als auch der tastenden Hand neue Erfahrungen beim Erleben gegensätzlicher Formen und Strukturen ermöglichen. Diese gegensätzlichen Formen und Strukturen finden sich in glatten und rauen Oberflächen, in festen und beweglichen, in harten und weichen Teilen und reichen hin bis zu unterschiedlichen Temperaturen. Sie sind deshalb ganz besonders geeignet, Menschen mit fehlender oder stark herabgesetzter Sehkraft Zugang zu einem künstlerischen Erleben zu ermöglichen. Einige der Plastiken sind bewußt als „Kunst für Blinde“ konzipiert worden und waren Ausstellungsstücke in dem Expositions-Zyklus „Plastik für Blinde und Sehende“ auf der Albrechtsburg zu Meißen.

 

Auch die Papiercollagen, aufgebaut aus vielschichtigen Leim-Papier-Flüssigfarben-Laminierungen, fordern den Betrachter an Hand des angebotenen Farb- und Formenkanons eigener Innerlichkeit nachzugehen. Die geschlossenere Oberfläche und die starke Einbeziehung der Farbe verlagern natürlich den Schwerpunkt: Der klar gegliederte, sachlich erscheinende Aufbau der Metallcollagen weicht hier einer schwerer durchschaubaren, fast geheimnisvollen Verbundenheit.



Die Abgüsse von Rostcollagen in Antimon-Blei-Zinn-Legierung setzen durch das entgegengesetzte Material andere ästhetische Reize. Ursprüngliche strenge Zäsuren im Farb- und Formspiel werden durch gleichwertigen Farbwert und Oberflächenglanz gemildert und verschmelzen zu einem neuen Gesamteindruck

Für die Druck-Grafik verwende ich als Druckplatten vor allem korrodiertes Eisen. Mit ihren zerklüfteten, manchmal hautähnlichen Oberflächen kommen sie meiner Vorstellung von lebendiger Struktur besonders nahe. Die meist in brennend gelb-rot-schwarzen Farben gestalteten Figuren werden von ähnlichen Spannungsfeldern getragen wie die Collagen in Metall und Papier. Obwohl sie in Auflagen gedruckt werden, sind sie untereinander im Ausdruckwert oft so verschieden, daß sie eigentlich einem Original entsprechen.

Wenn Titel vorhanden sind, habe ich sie so gewählt, daß sie einen Rahmen möglicher Gefühlsbereiche andeuten. Deshalb sind sie bevorzugt allgemein gehalten, um als handhabbare Projektionsflächen zu dienen, in denen ganz persönliche Möglichkeiten und Erfahrungen zum Tragen kommen können.

Ich hoffe, daß dem Betrachter hinter Farbenspiel und Materialreiz noch genügend Räume bleiben, um im angebotenen Wirkungsfeld eigene innere Wege gehen zu können.


Geboren 1940 in Radebeul bei Dresden
von Beruf Fachpsychologe der Medizin, jetzt im Ruhestand
Arbeiten in staatlichem und privatem Besitz
Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen in:
Altranstädt 2006
Bad Elster 1987
Berlin 1995
Dresden 1984, 1985, 1986, 1990, 1996 bis 2002
Meißen 1985, 1988, 1989, 1990
München 1992
Radebeul 1986
Rammenau/Bischofswerda 2008
Ústí nad Labem 1987
Wien 1995
Wittstock 1995
Jährliche Teilnahme bis 2008 am Grafikmarkt
der Pirckheimer Gesellschaft Dresden.

Bei allen Arbeiten steht Höhe vor Breite, das gilt auch für die plastischen Arbeiten, hier ist dann im weiteren Tiefe die Breite angegeben.

Die im Bildteil vorgestellten Arbeiten sind erwerbbar. Bei einem vorher abgesprochenen Atelierbesuch können weitere Arbeiten angesehen werden. 


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(Kezi 2015)

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